Aus alter Industriebrache entsteht modernes Service-Center

Kunde


Ausgangssituation

Das auf das Jahr 1919 zurückgehende Traditionsunternehmen verfügt über ein breites Produktionsspektrum an hochwertigen, geschweißten Vierkant- und Rundrohren aus Edelstahl in den verschiedensten Werkstoffqualitäten. Die eigene Fertigung wird ergänzt durch Handelsware, die im Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zur Nutzung der Marktchancen werden weitere Lagerflächen benötigt, die am Standort des Betriebs für ein langfristig angelegtes Wachstum nicht zur Verfügung stehen.

Lösung
In unmittelbarer Nähe des bestehenden Betriebs befindet sich auf einem 38.000 m² großen Areal eine Industriebrache mit ca. 12.000 m² Nutzfläche, deren letzter Teil im Jahre 2001 stillgelegt wurde. Das Grundstück im "Industriegebiet unteres Lennetal" ist verkehrsgünstig angebunden, gut zugeschnitten und zudem noch ausbaufähig. Zwick entschied sich im Jahr 2004 zum Kauf.

Die stillgelegten Industriehallen waren für die Produktion von Ketten aus Kunststoff und Metall genutzt worden. Die damit verbundenen Produktionsprozesse hatten diverse Altlasten zur Folge, u.a. durch: Öle, Lösungsmittel und Trichlorethylen (TRI), in Boden, Grundwasser und Bausubstanz.

Für die neue Nutzung als Service-Center zur Lagerung, Kommissionierung und Versand von Edelstahl mussten die vorhandenen Hallen komplett entkernt werden. Das betraf die vorhandenen Betriebseinrichtungen mit Versorgungsanlagen, Schaltanlagen, Heizung etc.

Da die verfügbaren Hallenabmessungen für eine optimale Nutzung geeignet waren und die Substanz der z.T. aus den 60-er Jahren stammenden Gebäude gut war, kam ein Abriß der Gebäude nicht in Betracht. Es mussten jedoch umfangreiche Umbaumaßnahmen eingeplant werden zur Anpassung des Bestands an die bewährten Verladesysteme.

Realisierung

Bei Zwick hat sich die heckseitige Verladung der LKW auf Hallenbodenniveau bewährt. Das bedingt die Absenkung des bestehenden Verladehofniveaus und die Herstellung von ca. 14 m langen Verladebuchten. Sie müssen gegenüber den bestehenden Hallenböden im Lichten um 1,25 m tiefer liegen, was Eingriffe in die Bausubstanz und Abfangemaßnahmen erforderlich macht.
Weitere umfangreiche Umbauten sind die Folge: Umlegung/ Neubau der städtischen 10-kV / 400V - Stromversorgung sowie der Wasserversorgung und der Kanalisation.
Die Hallen werden in bezug auf die Haus- und Gebäudetechnik auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Eine energiesparende Gasinfrarotheizung sorgt für angenehme Wärme. Das Brandschutzkonzept wurde mit ingenieurmäßigen Methoden bearbeitet. Simulationsrechnungen zur Entrauchung der Hallen führten zu kostensparenden Lösungen, indem die ohnehin erforderlichen neuen Rolltore zusammen mit senkrecht angeordneten Lamellenvorhängen die Entrauchung im Brandfall gewährleisten.

Kernstück für das Logistikzentrum sind die Brückenkräne, die für einen schnellen Umschlag sorgen müssen. Hierzu waren umfangreiche Stahlbauarbeiten mit Verstärkung der Bauwerksstützen erforderlich. In den Hallen 7 - 9 wurden insgesamt sieben Einträgerbrückenkräne mit modernster Antriebstechnik und Funkfernsteuerung eingebaut.

Terminablauf, Kosten

Unmittelbar nach definitiver Kaufentscheidung wurde die Revitalisierung der Gebäude geplant und Bauantrag Anfang April 2004 gestellt. Das umfangreiche Genehmigungsverfahren, das sensible Themen wie Altlastenbehandlung, Gewässer- Brand- und Lärmschutz etc. umfasste, konnte so abgewickelt werden, daß die Halle 7 mit ca. 4000 m² termingerecht im September 2004 in Betrieb gehen konnte.
Das Projekt wurde zu den geplanten Kosten und Terminen abgewickelt. Q & P war verantwortlich für die Architekten- und Ingenieurleistungen sowie für die Steuerung des gesamten Projekts.
Die Revitalisierung der Liegenschaft konnte zu sehr günstigen Investitionskosten umgesetzt werden. Sie betrugen netto EUR 375,- / m² bezogen auf 7300 m² umgebauter Hallenflächen inkl. Infrastruktur.