Umsetzung des Mataré-Brunnens in Hagen

Bauherr

Stadt Hagen, Straßen- und Brückenbauamt

Vorgeschichte

Das letzte und große Werk von Ewald Mataré, an dem er 4 Jahre gearbeitet hat, symbolisiert mit seinen Wasserspeiern die vier Flüsse, die Hagen umgeben. Über dem im Durchmesser etwa 10 m großen Wasserbecken erhebt sich eine den Gesamteindruck dominierende Kaskade, die die Wassereinspeisung der Hasper Talsperre darstellt.
Mataré hat die Realisierung des Brunnens nicht mehr erlebt. Sein Schüler Belau hat anhand seines hinterlassenen kleinen Tonmodells diese Idee ausgestaltet und ein Modell in natürlicher Größe aufge-baut, das Basis für die Herstellung der Betonform sowie für die gusseiserne Kaskade und die Speier war.
Der Brunnen wurde 1967 eingeweiht und stellte einen beliebten Anziehungspunkt in Hagens Mitte dar.

Aufgabe

Mit der Gestaltung der "neuen Mitte" in Hagen mußte der Brunnen von seinem ursprünglichen Standort weichen und an anderer Stelle neu aufgebaut werden. Die Ausschreibung sah vor, daß der Brunnen (mit Ausnahme des später hinzugefügten Sockels) exakt die alte Form wieder erhalten sollte. Vor dem Abbruch des Brunnens war eine Schablone herzustellen, als genaues Abbild der wiederherzustellenden komplexen, räumlich gekrümmten Betonschale.

Lösung
Von der bauausführenden Firma mit dem Engineering zum Wiederaufbau des Brunnens beauftragt, haben wir die Verwendung einer "starren" Schablone ersetzt durch die Verwend- ung von mathematischen Computermodellen.

In einem ersten Schritt wurde der 1967 aufge- baute Brunnen vermessen und aus den Vermessungsdaten ein räumliches Computer- modell entwickelt.

Das bot die Möglichkeit, Herstellungsungenauigkeiten (in der nebenstehenden Grafik rot hervorgehoben) mathematisch zu glätten zur Annäherung an eine Idealform.

Weitere, geringe Anpassungen gegenüber der Form von 1967, die von der Tochter des Künstlers, Frau Sonja Mataré angeregt wurden, haben wir per 3D - Modell am Computer visualisiert, damit deren Auswirkungen vor Umsetzung beurteilt werden konnten.


Ausführung durch die Bauunternehmung Friedrich Rempke, Hagen
Nach Verabschiedung des Modells waren daraus generierte "herkömmliche" Baupläne Grundlage für die Realisierung des Baus, der hohe handwerkliche Fertigkeiten erforderte, insbesondere für die Herstellung der komplizierten Schalung.

Der Brunnen wurde im April 2003 den Hagener Bürgern übergeben. Er ist harmonisch in das Platzensemble eingebettet und Treffpunkt für Jung und Alt.